Rentenlücke

Ob Sie sich einen vorgezogenen Ruhestand leisten können, hängt unter anderem von Ihrem Bedarf und Einkommen im Rentenalter ab. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in wenigen Schritten Ihren persönlichen Renteneintritt bestimmen können.

Zusammenfassung:

  • Im Rentenalter werden in der Regel 70-80% des letzten Nettoeinkommens benötigt

So ermitteln Sie Ihren persönlichen Bedarf im Rentenalter – in 6 Schritten

Bevor Sie Ihre Altersvorsorge aufbauen, sollten Sie sich fragen, wie gross Ihre Rentenlücke im Alter ist. Die Rentenlücke ist Grundlage für die Höhe und Art der notwendigen Altersvorsorge. Gehen Sie dabei am besten wie folgt vor:

  1. Ermitteln Sie Ihren Finanzbedarf im Rentenalter
  2. Listen Sie Ihre erwarteten Einkommen im Alter auf
  3. Berücksichtigen Sie Inflation und Steuern
  4. Ermitteln Sie Ihre aktuellen monatlichen Überschüsse
  5. Wählen Sie die passende Altersvorsorgeform
  6. Überprüfen Sie regelmässig Ihre Altersvorsorge

Wenn Sie diese Schritte frühzeitig umsetzen, können Sie früher in Rente gehen. Wir zeigen Ihnen wie.

1) Ihr Finanzbedarf im Rentenalter

Im Alter fallen einige Ausgaben weg, für den Arbeitsweg, Berufskleidung oder auch für bestimmte Versicherungen. Dafür kommen aufgrund der neuen Freizeit auch neue Ausgaben für Reisen und neue Hobbies hinzu. Zwar ist eine eventuell vorhandene Immobilie im Rentenalter vielleicht schuldenfrei, dennoch fallen weiter Ausgaben für Renovierung oder Reparaturen an.

In der Regel kann man die Faustformel verwenden, dass im Alter etwa 70 bis 80% des letzten Nettogehaltes zur Verfügung stehen sollten, um seinen gewohnten Lebensstandard aufrecht erhalten zu können.

2) Ihre erwarteten Einkommen im Alter

Die größte Einkommensquelle im Alter ist für die meisten Rentner die gesetzliche Rente. Um sich darüber einen Überblick verschaffen zu können, verschickt die Deutsche Rentenversicherung einmal pro Jahr eine Renteninformation. Sie enthält Informationen darüber, wieviel Rentenansprüche man bis jetzt erreicht hat, und wieviel man zu seinem gesetzlichen Renteneintrittsalter erwarten kann, wenn man bis dahin gleich viel verdienen wird wie in den letzten fünf Jahren.

Ein weiterer Pfeiler der Altersvorsorge ist die Private und Berufliche Vorsorge. Viele Rentner haben einen Versicherungsvertrag oder eine Betriebsrente abgeschlossen, die Ihnen zusätzliche monatliche Zahlungen bringen.

Auch sind meist Vermögenswerte vorhanden, die ebenfalls «verrentet» werden können, d.h. man kann die Vermögen nutzen, um daraus eine (lebenslange) Rente zu erhalten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie aus Ihrem Vermögen selbst einen Entnahmeplan bauen können. Es lohnt sich, wie die folgenden Berechnungen zeigen:

Im Gegensatz zur Einmalzahlung an die gesetzliche Rentenversicherung bzw. zur Sofortrente einer Versicherung ist die selbst gebaute Rente flexibler und attraktiver. Ob sich früher in Rente zu gehen mit Abschlägen lohnt, hängt unter anderem von Ihrer Lebenserwartung und Ihrem Geschlecht ab. Sollten Sie sehr alt werden, könnte die abschlagsfreie Rente zum ordentlichen Renteneintritt günstiger sein als ein Vorbezug mit Abschlägen. Dies gilt tendenziell für Frauen, da sie eine höhere Lebenserwartung als Männer haben. Sie können mit nur drei Angaben berechnen, ob sich für Sie ein Vorbezug lohnt und wie hoch Ihre Rente sein wird:

Rentengutachten

Selbst wenn Sie keine 35 Beitragsjahre vorweisen können oder wenn Sie noch früher in Rente gehen möchten, lohnt es sich über ein vorzeitiges Ende des Erwerbslebens nachzudenken. Sie können dann Ihre täglichen Ausgaben mit dem Verzehr Ihres Anlagevermögens überbrücken. Lesen Sie in unseren weiteren Artikeln wie man einen Entnahmeplan selbst sinnvoll umsetzen kann, ein optimales Portfolio einfach und kostengünstig baut, wie man selber Fonds bzw. ETF richtig auswählen, und wie man mit ETF Steuern sparen kann.

3) Inflation und Steuern

Steuern sind ein bedeutender Aspekt in der Altersvorsorge, aber bei Weitem nicht der wichtigste. Steuervorteile können recht schnell durch hohe Kosten wieder kompensiert werden, und Steuervorteile gehen meist mit Bindungen und Bedingungen einher, was weniger Flexibilität für den Vorsorgenden bedeutet. Lesen Sie in unserem Artikel zu Steuern, auf was Sie bei der Altersvorsorge wirklich achten sollten.

Relativ unbeachtet bleibt meist der Effekt der Inflation auf die Rentensituation. Garantierte und erwartete monatliche Renten werden als Nominalwert ausgegeben, d.h. Sie zeigen die heutige Kaufkraft ohne Berücksichtigung einer möglichen Teuerungsrate in Zukunft an. Auch die gesetzliche Renteninformation, in der Sie eine Prognose zu Ihrer erwarteten Rente erhalten, hält diese wichtige Information (neben der Bemerkung, dass gesetzliche Renten möglicherweise der Sozialversicherungspflicht unterfallen) klein.

Die Auswirkungen von Steuern und Inflation sind gerade bei langfristigen Dauern wie in der Altersvorsorge stark und sollten bei der Auswahl des passenden Produktes beachtet werden. Ein zu Ihnen passendes ETF-Portfolio ist sowohl steuerlich attraktiv, und schützt durch Investition in Realgüter auch vor Inflation im Alter.

Wir empfehlen Ihnen die Nettobetrachtung (nach Steuern und möglichen Sozialabgaben) Ihrer Renten, und die Inflation angemessen mit zu berücksichtigen.

4) Ihre aktuellen monatlichen Überschüsse

Rechnen Sie Ihre Überschüsse aus, die Sie im Alter erwarten, indem Sie von den erwarteten Nettoeinkünften alle erwarteten Ausgaben abziehen. Natürlich kann das nur eine Schätzung sein, aber Sie deutet auf eine mögliche Rentenlücke hin, die Sie mit dem passenden Altersvorsorgeprodukt schließen sollten.

5) Wählen Sie die passende Altersvorsorgeform

Es gibt nicht «das» passende Altersvorsorgeprodukte für jede/n Vorsorgende/n. Daher sollte Ihre Altersvorsorge individuell auf Sie passend zugeschnitten werden. Wir zeigen Ihnen wie Sie Freiwillige Beiträge in Ihre Altersvorsorge am besten nutzen, und welche Möglichkeiten mit Vor- und Nachteilen es jeweils gibt. Nutzen Sie auf jeden Fall Unterstützung durch einen unabhängigen Berater.

6) Überprüfen Sie regelmässig Ihre Altersvorsorge

Den wichtigsten Schritt machen Sie gerade jetzt: Sie kümmern sich um Ihre Altersvorsorge. Überprüfen Sie aber auch in regelmäßigen Abschnitten, ob Ihre Altersvorsorge noch auf Kurs ist, ob Ihr geplanter Renteneintritt weiterhin realistisch ist, wenn Sie früher in Rente gehen wollen, und ob Ihr Portfolio noch die passende Rendite/Risiko-Aufteilung hat.