Hinzuverdienst

Neben der vorgezogenen Rente hinzuverdienen lohnt sich in vielen Fällen. Wir zeigen Ihnen, wieviel Sie ohne Rentenkürzung mit der neuen Flexi-Rente hinzuverdienen können.

Zusammenfassung:

  • Die Abschläge, die Sie haben, wenn Sie früher in Rente gehen, können Sie entweder durch einen intelligenten Entnahmeplan für Ihr Vermögen ausgleichen, oder durch Hinzuverdienst
  • Vor Ihrem gesetzlichen Renteneintrittsalter beträgt die Hinzuverdienstgrenze 6.300 Euro pro Jahr. Bis zu diesem Betrag können Sie hinzuverdienen, ohne dass Ihre Rente gekürzt wird
  • Nach Erreichen Ihres gesetzlichen Renteneintrittsalters können Sie unbegrenzt hinzuverdienen. Wenn Sie dabei freiwillig Rentenbeiträge zahlen, erhöht sich dadurch Ihre Rente weiter

Bei vorgezogener Altersrente Abzüge abhängig vom Hinzuverdienst

Wir haben Ihnen in einem anderen Artikel gezeigt, warum es sich in den meisten Fällen lohnt früher in Rente zu gehen, d.h. Abschläge bei einer vorgezogenen Altersrente zugunsten einer längeren Bezugszeit zu akzeptieren. Ihre Regelaltersgrenze und Ihre Abschläge können Sie einfach hier berechnen:

Rentengutachten

Um Abschläge auszugleichen, können Sie sich mit Ihrem angesparten Vermögen ein ETF-Portfolio einfach und effizient selber bauen und mit einem Entnahmeplan diese Lücke während des Rentenbezugs schliessen.

Alternativ besteht die Möglichkeit, durch Hinzuverdienst die Abschläge auszugleichen. Hierzu sollten Sie auf die Hinzuverdienstgrenze achten. Bei Erreichen der Grenze von aktuell 6.300 p.a. wird zusätzlicher Verdienst zu 40% auf die vorgezogene Rente angerechnet. Zusätzlich gibt es einen Hinzuverdienstdeckel, ab dem 100% des Hinzuverdienstes angerechnet wird. Für den Hinzuverdienstdeckel ist das Jahr in den letzten 15 Jahren massgebend, in dem am meisten Entgeltpunkte gesammelt wurden. Ab Erreichen der Regelaltersgrenze entfallen diese Rentenkürzungen.

Wir haben Ihnen schematisch die Anrechnungen dargestellt:

Unbegrenzter Hinzuverdienst erst nach Erreichen der Regelaltersrente möglich

Nach dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters (ab Jahrgang 1964: 67 Jahre) können Sie beliebig viel hinzuverdienen, ohne dass Ihre Rente gekürzt wird. Beiträge zur Arbeitslosenversicherung müssen Sie dann nicht mehr bezahlen. Genauso wenig müssen Sie Beiträge zur Rentenversicherung mehr zahlen, während Ihr Arbeitgeber dies in jedem Fall weiter tun muss.

Durch freiwillige Beitragszahlung in die Gesetzliche Rentenversicherung erhöht sich Ihre Rente

Es lohnt sich allerdings als Arbeitnehmer auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung zu verzichten, da sich dann Ihre Rente durch die laufende Beitragszahlung zur Rentenversicherung von Ihnen und von Ihrem Arbeitgeber erhöht. Auch wenn Sie einen Minijob ausüben, lohnt sich die Beitragszahlung für Sie.

Früher in Rente – Freiwillige Beiträge an die Rentenversicherung vs. Entnahmeplan selber bauen

Immer mehr Arbeitnehmer entscheiden sich nach Ihrem aktiven Erwerbsleben für eine vorgezogene gesetzliche Rente, und möchten bereits früher in Rente als zum gesetzlichen Renteneintrittsalter. Durch die Abschläge auf Ihre ordentliche Rente beziehen Sie dann Ihre Rente zwar früher, aber die Zahlungen sind lebenslang tiefer als wenn Sie später regulär in Rente gehen würden. Ob sich der Vorbezug lohnt, hängt unter anderem von Ihrer Lebenserwartung und Ihrem Geschlecht ab: Sollten Sie sehr alt werden, könnte die abschlagsfreie Rente zum ordentlichen Renteneintritt günstiger sein als ein Vorbezug mit Abschlägen. Dies gilt tendenziell für Frauen, da sie eine höhere Lebenserwartung als Männer haben. Sie können mit nur drei Angaben berechnen, ob sich für Sie ein Vorbezug lohnt und wie hoch Ihre Rente sein wird:

Rentengutachten

Die Deutsche Rentenversicherung bietet Ihren Versicherten ab 50 die Möglichkeit an, durch freiwillige Beitragszahlungen Abschläge auszugleichen. Dies lohnt sich in der Regel nur für Versicherte, denen nur noch wenige Beitragsmonate fehlen, um eine abschlagsfreie Frührente (für besonders langjährig Versicherte, ab 45 Beitragsjahre) oder überhaupt eine Altersrente (z.B. für erwerbslose Frauen mit Kindererziehungszeiten, ab 5 Beitragsjahren) zu erhalten. Wir erklären in einem weiteren Artikel wann freiwillige Beiträge in die Deutsche Rentenversicherung sinnvoll sind.

Selbst wenn Sie keine 35 Beitragsjahre vorweisen können oder wenn Sie noch früher in Rente gehen möchten, lohnt es sich über ein vorzeitiges Ende des Erwerbslebens nachzudenken. Sie können dann Ihre täglichen Ausgaben mit dem Verzehr Ihres Anlagevermögens überbrücken. Eine erste Einschätzung gibt Ihnen die folgende Berechnung, mit der wir zeigen welche monatliche Rente aus 100.000 Euro gezahlt werden kann, im Vergleich zur freiwilligen Einmalzahlung in die gesetzlichen Rentenversicherung:

Lesen Sie in unseren weiteren Artikeln wie man einen Entnahmeplan selbst sinnvoll umsetzen kann, ein optimales Portfolio einfach und kostengünstig baut, wie man selber Fonds bzw. ETF richtig auswählen, und wie man mit ETF Steuern sparen kann.