ETF Sparplan

Einen ETF-Sparplan kann jeder ganz einfach für sich oder sein Kind selber erstellen. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, warum Aktien bei einem Sparplan besonders wichtig sind.

Zusammenfassung:

  • Ein Sparplan aus Indexfonds bzw. ETF oder ein ETF-Portfolio können Sie einfach selber bauen. Dazu müssen Sie nur passende ETF selber auswählen und bei einer Bank kaufen.
  • Ein guter Sparplan ist kostengünstig, über viele Aktien aus verschiedenen Regionen gestreut, und passt zu Ihrer persönlichen Situation
  • Mit einem langfristigen Sparplan können Sie die Börsenbewegungen optimal für sich ausnutzen und zudem Steuern sparen

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Warum eignen sich besonders Indexfonds für den Sparplan von Ihnen bzw. Ihrem Kind?

ETF steht für «Exchange Traded Fund» oder auch Indexfond. Der Begriff bezeichnet einen passiven Investmentfond mit üblicherweise geringen Gebühren und ohne Ausgabeausschläge. Bei Sparplänen über lange Anlagehorizonte sind niedrige Kosten aufgrund des Zinseszinseffekts besonders wichtig. Institutionelle Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen investieren schon viele Jahre viel Geld in diese effizienten ETF-Portfolios, aber auch immer mehr Privatanleger setzen auf ihre Vorteile. Neben dem kostengünstigen Preis spielt auch immer mehr die hohe Transparenz und Einfachheit eine wichtige Rolle, so dass Indexfonds das optimale Anlageprodukt für einen Sparplan sind. ETF selber auswählen ist tatsächlich auch ganz einfach. Der Hauptunterschied zu klassischen «aktiven» Fonds ist deren passiver Ansatz, d.h. die ETF versuchen erst gar nicht durch Aussuchen vermeintlich zukünftig gut laufender Einzeltitel («Stock Picking») oder durch optimales Ein- und Aussteigen in Anlagen («Market Timing») deren Vergleichsindex («Benchmark») zu schlagen. Studien zeigen immer wieder deutlich, dass es aktive Fonds gerade über lange Anlagehorizonte wie bei Sparplänen und in liquiden Märkten sehr schwer haben den Benchmark zu schlagen. Weiter ist wissenschaftlich sehr gut belegt, dass «Market Timing» und «Stock Picking» entgegen unserer Intuition eine untergeordnete Rolle für den langfristigen Anlageerfolg spielen. Viel wichtiger ist die korrekte Aufteilung der Vermögensaufteilung auf einzelnen Anlageklassen und Anlageregionen («Asset Allocation»), und deren konsequente Beibehaltung. Gerade in einem Sparplan sollte daher die einmal gefasste Anlagestrategie konsequent und «passiv» über einen langen Zeitraum beibehalten werden.

Unterstützen kann hier ein unabhängiger Anlageberater, der die grössten Fehler von Privatanlegern verhindern kann.

Was macht einen guten Sparplan mit ETF aus?

Ein guter Sparplan mit Indexfonds lässt sich wie folgt charakterisieren:

  1. Er investiert in Aktien aus verschiedenen Anlageregionen
  2. Das Rendite- und Risikoprofil des Sparplans passt zur Verlusttragfähigkeit, zu den Erfahrungen und Kenntnissen, Anlagezielen und Wünschen des Anlegers
  3. Er besteht aus kostengünstigen Anlageinstrumenten (nicht mehr als fünf Wertpapiere) und einem kostenlosen Sparplan (d.h. keine Gebühren beim Kauf)
  4. Die strategische Aufteilung des Portfolios wird konsequent beibehalten, d.h. es gibt ein regelmässiges «Rebalancing»
Zu 1) Schwerpunkt Aktien:

Aktien stellen die Basis für einen effizienten Sparplan dar. Zum einen trägt beim regelmässigen langfristigen Investieren die hohe Schwankung bzw. Volatilität von Aktien zu einer höheren Gesamtperformance bei («Cost Average Effekt»), zum anderen haben Aktien bereits per se aufgrund Ihres höheren Risikos eine höhere Renditeerwartung. Wenn Sie ETF selber auswählen, sollten bei Aktien auch auf eine Streuung über Ländergrenzen hinweg achten, um Ihr Portfolio noch besser zu machen. Zudem bieten thesaurierende Indexfonds einen Steuervorteil. Damit lassen sich mit ETF Steuern sparen.

Der optimale Aktienanteil hängt maßgeblich vom Alter ab. Wenn Sie den passenden Aktienanteil optimal gewählt haben, ermöglicht Ihnen das später eine hohe Zusatzrente von bis zu 5,5% p.a. Als heute 63-Jähriger können Sie z.B. eine lebenslange Zusatzrente von 4.900 Euro p.a. aus 100.000 Euro erhalten, wie unsere Berechnungen zeigen:

Dabei ist das durchschnittliche Endvermögen sogar größer als 100.000 Euro, da wir die Entnahmerate mit einem Sicherheitsniveau von 95% bestimmt haben: In 95 von 100 Simulationen zur Lebenserwartung und Anlage (60% Aktien) reicht das Anfangsvermögen mit der genannten Entnahmerate lebenslang.

Zu 2) Rendite- und Risikoprofil:

Anlageklassen haben unterschiedliche Rendite- und Risikoeigenschaften. So können Aktien in bestimmten Marktphasen sehr volatil sein, aber Anleger erwarten daher auch höhere Renditen bei Aktienanlagen. Durch die korrekte Aufteilung des Sparplans auf sichere und riskante Anlagen hat der Anleger im Idealfall ein Portfolio, welches perfekt zu seinen Anlagezielen (z.B. «Vermögensaufbau»), zu seinen Erfahrungen und Kenntnissen (z.B. «bisher keine Erfahrungen mit Aktien»), zu seiner Verlustfähigkeit (z.B. «erwarteter jährlicher Gesamtverlust kleiner 5% des Portfolios») und zu seinen Wünschen (z.B. «keine regelmässige Ausschüttungen gewünscht») passt. Das richtige Rendite-/Risikoprofil hängt zusätzlich maßgeblich vom Anlagehorizont ab: Je länger der Anlagehorizont, desto höher kann der Aktienanteil im Portfolio ausfallen. Je kürzer der Anlagehorizont, desto mehr sollte von der regelmässigen Sparrate auf dem klassischen Bankkonto oder auf dem Tagesgeldkonto gespart werden.

Wie wählen Sie die richtigen ETF aus?

Zu 3) Konkrete Auswahl der Indexfonds und des Sparplans:

Wie sie ETF selber auswählen können, zeigen wir Ihnen in einem separaten Artikel. Grundsätzlich ist dabei auf Folgendes zu achten:

  • Konstruktion: physisch sicherer als synthetisch replizierend
  • Streuung: mehr als 30 Einzeltitel pro ETF, ETFs von verschiedenen Anbietern kaufen
  • Kosten: maximal 0.50% p.a. für die gängigsten Anlagemärkte

Viele Onlinebroker bieten kostenlose Sparpläne auf bekannte ETF an. Das gilt auch bereits für kleine Sparraten ab 50 Euro monatlich. In diesem Fall werden keine Gebühren beim Kauf der Indexfonds fällig. Besonders bei kleinen Sparraten ist darauf zu achten, was die Bank an Gebühren erhebt, so dass möglichst viel des Gesparten in die ETF fließt.

Bei der Auswahl der einzelnen Titel und der depotführenden Bank, bei den Transaktionen und beim Rebalancing hilft Ihnen am besten ein unabhängiger Anlageberater weiter.

Dr. Schaarschmidt betreut seit vielen Jahren zufriedene Kunden und ihre ETF-Portfolios als unabhängiger Anlageberater. Nutzen Sie noch bis Ende des Monats die Chance einer kostenlosen Erstberatung (sonst 249 Euro) und bekommen Sie Antworten auf Ihre persönlichen Fragen.

Zu 4) Rebalancing:

Nach dem Schritt «ETF richtig auswählen» sollten Sie sich überlegen, wie Sie Ihr ETF-Portfolio zukünftig anpassen, falls Sie mehr als ein Wertpapier haben. Die Strategie sollte dabei auch in schwierigen und nervenaufreibenden Marktphasen nicht geändert werden, aber über die Zeit können verschiedene Ereignisse eintreten, die ein Aktivwerden notwendig werden lassen:

  • Ihre Wertpapiere haben sich unterschiedlich gut entwickelt
  • Sie möchten zusätzlich Geld anlegen
  • Sie benötigen Geld aus Ihrem Depot

Am einfachsten ist die Überwachung Ihres Portfolios in regelmässigen Abständen, z.B. einmal im Jahr. Wir empfehlen Ihnen dabei die aktuelle Aufteilung Ihres Depots wieder an die ursprüngliche Aufteilung anzupassen.

Der Cost Average Effekt im Sparplan – Mythos oder Performanceturbo?

Der Cost-Average Effekt wird immer wieder heiß diskutiert. Es geht dabei um die Frage, ob bei regelmässigem Investieren eines bestimmten Betrages die Kaufkurse der Wertpapiere («Cost») im Durchschnitt («Average») günstiger zu erwerben sind als beim einmaligen Investieren. Der Effekt ist bei stark schwankenden Wertpapieren umso größer: Ein Grund dafür, dass Aktien beim Sparplan unerlässlich sind.

Bei einem Sparplan kann durch regelmässiges Investieren auch das Risiko des falschen Einstiegszeitpunkts stark verringert werden, da Sie nicht befürchten müssen, dass die Wertpapiere nach Ihrem Kauf sinken. Im Gegenteil, es hilft Ihnen langfristig, da Sie nun mehr Anteile günstiger erwerben können. Gegen Ende des Sparplans sollten Sie allerdings schrittweise Ihren Aktienanteil reduzieren, damit nicht wenige Jahre vor Ablauf des Sparplans ein Börsencrash die Gewinne wieder vernichtet.

Steuervorteil bei nicht-ausschüttenden Aktienfonds – noch ein Renditeturbo für Ihren Sparplan!

Indexfonds gibt es als ausschüttende und sog. thesaurierende (nicht-ausschüttende, d.h. wieder anlegende) Fonds. Bei allen ETF ist die steuerliche Behandlung von Kapitalgewinnen gleich: Kapitalgewinne werden von Ihrer Bank mit der Abgeltungssteuer (und evtl. noch Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag) belegt, und direkt an das Finanzamt abgeführt. Bei Ausschüttungen wird analog verfahren. Seit 2018 gibt es durch das Investmentsteuerreformgesetz (InVStRefG) aber einen interessanten Steuervorteil für nicht-ausschüttende Aktienfonds in einem langfristigen Sparplan: Diese werden nur minimal während der Laufzeit des Sparplans (mit der sogenannten «Vorabpauschale» und der «Teilfreistellung») besteuert, so dass die gesparten Steuern wieder im ETF angelegt werden können und erst am Ende fällig werden. Wir haben Ihnen im Artikel zu «ETF Steuern» alle wichtigen Informationen zum Investmentsteuerreformgesetz und zum Steuervorteil durch nicht-ausschüttende Aktien-Indexfonds zusammengestellt.

Bei steuerlichen Fragen kann Ihr Steuerberater Auskunft geben, bei der Auswahl der einzelnen Titel und der depotführenden Bank, bei den Transaktionen und beim Rebalancing hilft Ihnen am besten ein unabhängiger Anlageberater weiter.