ETF Entnahmeplan

Mit einem Entnahmeplan können Sie ein regelmäßiges Einkommen durch Verkauf von Anteilen erzielen. Einen Entnahmeplan selbst zu bauen ist relativ einfach. Wir zeigen Ihnen auf was es dabei ankommt.

Zusammenfassung:

  • Neben Rentenversicherungen (gesetzlich oder privat) können Sie auch mit einem Entnahmeplan vom Konto oder Fonds-Portfolio ein Zusatzeinkommen erzielen
  • Für einen ETF-Entnahmeplan spricht die hohe Flexibilität, die Rendite nach Kosten, und der Steuervorteil
  • Damit der Entnahmeplan mit Indexfonds für die gesamte Rentendauer ausreicht, sollte die Entnahmehöhe in Abhängigkeit von der Lebenserwartung gewählt werden
  • Sie können als Mann jährlich 4,9% Ihres Anfangsvermögens aus einem Fonds-Entnahmeplan entnehmen, damit dieser ab 63 Jahren lebenslang auszahlt (Vermögen reicht dann in 95 von 100 Fällen aus)

Unzählige Rentenprodukte – Was ist die beste Lösung?

Zusatzeinkommen im Rentenalter lässt sich durch unterschiedliche Produkte erzielen, die alle gewisse Vor- und Nachteile haben. Sie können diese Möglichkeiten der folgenden Übersicht entnehmen.

Die hohen Kosten von Privaten Rentenversicherungen übersteigen ihre Steuervorteile deutlich, wie wir im Artikel «ETF Steuern» zeigen. Wir zeigen Ihnen auch warum freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung sich nur für wenige gesetzlich Versicherte lohnen und wie Sie stattdessen früher in Rente kommen können.

Bankguthaben werden durch die Inflation mehr und mehr entwertet und werfen wenig Erträge ab, so dass für die meisten Versicherten ein gutes ETF-Portfolio mit regelmäßigen Entnahmen die beste Lösung ist. Wir zeigen Ihnen auch, wie Sie selber ETF auswählen können.

Entnahmeplan – einen Plan für die Entnahmen haben

Der Schlüssel zu einem guten Entnahmeplan liegt neben der Rendite und den Kosten in der richtigen Höhe der Entnahme: Ist die Entnahme zu hoch, wird das Vermögen noch während der Rentenphase aufgebraucht sein. Ist die Schwankung Ihres Portfolios zu hoch, kann es sein, dass mehrere schlechte Jahre hintereinander ebenfalls dazu führen können, dass Ihr Depot sich leert.

Auf Ihre Lebenserwartung kommt es an

Wieviel Sie regelmäßig aus Ihrem ETF-Portfolio entnehmen können, hängt massgeblich von Ihrer individuellen Lebenserwartung ab und davon, in welchem Alter Sie den Entnahmeplan starten. Rechnen Sie in unserem kostenlosen Rentengutachten mit Ihrem Jahrgang und Ihrer Lebenserwartung aus, wieviel Rente Sie aus einem bestimmten Betrag erzielen können:

Rentengutachten

Je höher Ihre Lebenserwartung ist und je früher Sie Ihren lebenslangen Entnahmeplan starten, desto kleiner sollte Ihre jährliche Entnahmerate sein. Auch je höher die Sicherheit sein soll, dass Ihr Vermögen lebenslang reicht, desto weniger dürfen Sie Ihr Depot regelmäßig durch Verkauf von Fondsanteilen belasten. Sie können aus der folgenden Grafik entnehmen, welche Entnahmeraten zu welchem Sicherheitsniveau und welchem Startalter möglich sind.

Ein Mann, der mit 63 Jahren die Entnahmen beginnt, könnte jedes Jahr fast 10% seines Anfangsvermögens entnehmen, wenn man ein 50% Sicherheitsniveau zu Grunde legt. Ein 50% Sicherheitsniveau heißt, dass in 50 von 100 möglichen Szenarien das Portfolio vorzeitig leer ist, d.h. dass die Rente nicht lebenslang reicht. Die vorzeitige Entleerung ist aufgrund eines sehr langen Lebens möglich, oder wegen einer schlechten Finanzmarktentwicklung; wir haben sowohl die Biometrie als auch die Fondsperformance berücksichtigt und entsprechend simuliert. Wenn es in 99 von 100 Szenarien lebenslang reichen soll, darf er jährlich nur 3,8% des Anfangsvermögens entnehmen. Bei einem Vermögen von 100.000 Euro sind das also 3.800 Euro jährlich – oder etwa 315 Euro monatlich.

Selbstverständlich besteht keine Garantie, dass das Vermögen bis zum Lebensende ausreicht, jedoch lassen sich Versicherungen diese «lebenslange Garantie» zum 100% Sicherheitsniveau teuer bezahlen: In den meisten Fällen müssen Sie weit über 100 Jahre alt werden, damit sich die Versicherungslösung gegenüber dem vorgestellten selbst gebauten Entnahmeplan rechnet. Und am Ende bleibt dabei auch kein Vermögen zum Vererben übrig.

Für Sie relevanter als das 50% und 99% Sicherheitsniveau ist das 95% Sicherheitsniveau: Hier reicht das Anfangsvermögen in 95 von 100 Fällen, was wir als ausreichend beurteilen. Im Durchschnitt werden aber immerhin noch etwas mehr als das Anfangsvermögen vererbt (130% des Anfangsvermögens) – trotz regelmäßigen Entnahmen von 4,9% p.a. In unserer Tabelle geben wir für Sie zu den gängigsten Renteneintrittsalter zwischen 60 und 70 Jahren die möglichen jährlichen Entnahmeraten zum Sicherheitsniveau von 95% für beide Geschlechter an. Frauen dürfen dabei aufgrund Ihrer etwas höheren Lebenserwartung nicht so viel entnehmen wie Männer. Wir gehen dabei von einem ETF-Portfolio mit 5% erwarteter Rendite p.a. und 10% jährlicher Volatilität aus, und verwenden die aktuellen Sterbetafeln für die deutsche Bevölkerung vom Bundesamt für Statistik.

Lesebeispiel:

Für einen heute 63-jährigen Mann ist bei einem Vermögen von aktuell 100.000 Euro eine jährliche Entnahme von 4.900 Euro p.a. – oder 408 Euro pro Monat - möglich; diese selbst gebaute Rente reicht in 95 von 100 Szenarien lebenslang.

Und noch eine gute Nachricht: Wenn Sie noch nicht das Rentenalter erreicht haben und deswegen noch keine Entnahmen aus dem Vermögen tätigen, dann kann Ihr Vermögen weiter wachsen. Welche Renten dann für einen 63-jährigen Mann (und 95% Sicherheitsniveau) möglich sein werden, zeigen wir Ihnen in folgender Tabelle:

Eine effiziente Anlage ist wichtigster Bestandteil einer guten Entnahmestrategie

Wir haben alle Berechnungen mit Kosten von 0.5% p.a. durchgeführt. Dass Sie kostengünstige ETF auswählen, die ein optimales Rendite/Risiko-Verhältnis haben, ist für den Erfolg Ihres Entnahmeplans entscheidend.

Im Vergleich zur Einmalzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung bzw. Privaten Rentenversicherungen erhalten Sie durch einen optimalen Entnahmeplan mehr Rente, und wenn Sie noch 10 Jahre Zeit bis zum geplanten Renteneintritt haben, können Sie Ihre erwartete Rente durch eine optimale Altersvorsorge sogar um ca. 50% steigern.